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1870

TMK 1896 TMK 1900

Die ältesten Notenblätter im Archiv ("Regimentstochter" von Donizetti) sind handgeschrieben und signiert mit "Franz Söllinger 1870", andere mit "Teufelberger". Zu dieser kleinen Kapelle fanden sich später Leute verschiedenen Alters, verschiedener Berufe in einer freiwilligen Gemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hatten, sich und anderen Freude zu bereiten. Wenn wir wissen, dass es die ersten Blaskapellen erst seit 1830 gibt, seit der Erfindung der Ventile und der Verbesserung der Holzblasinstrumente, und die ersten Kapellen nicht mehr als 8-12 Mann hatten, kann man die Leistungen dieser Männer nicht hoch genug einschätzen. Nach dem verheerenden Marktbrand von 1844 und den Anstrengungen des Wiederaufbaues hatten sich die Wimsbacher wieder gefudnen zu Fest und Feier, zu Musik und Tanz.

Die Leitung der Kapelle hatten zumeist gediente Militärmusiker wie Ludwig Söllinger und Josef Dopf, und Schulmeister: Galistl, Johann Spanbauer und Josef Bauer; fähige Musiker, die auch andere für Musik begeisterten, die Instrumente aus eigenen Mitteln kauften, junge Leute heranbildeten und die Noten meist selbst schrieben.
Besonders drei Familien waren es, die unter persönlichen Opfern viel für die Musik in Wimsbach getan haben: Sebastin Söllinger mit seinen Söhnen Ignaz und Ludwig. Ein Rudolf Söllinger war seinerzeit mit Johann Dickinger und Alois Übleis als Landlergeiger weit bekannt. Weiters die Familien Seyrkammer und Dopf.
Die ersten Musiker trugen noch Zivilkleidung, später zur Uniformbluse den Hut mit Federbusch, der Kapellmeister hatte einen roten Federbusch. Die Kapelle bekam später ein B-Helikon und Pfarrer Watzinger kaute das Schlagwerk, die anderen Instrumente - Horn, Trompete und Flügelhorn - waren meist Privatbesitz. Die Schärpe und den Stab stifteten die Bürgersfrauen des Marktes.
Der bereits erwähnte Ludwig Söllinger war 28 Jahre Kapellmeister und der spätere Ehrenkapellmeister Josef Dopf war 52 Jahre ausübender Musiker, davon 35 Jahre Kapellmeister.

 
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